
Ein Buch, das sich langsam unter die Haut schiebt.
Ich bin komplett neutral an das Buch rangegangen und wusste eigentlich nur, dass es emotional und psychologisch werden soll. Was ich am Ende bekommen habe, war aber deutlich intensiver, als ich erwartet hätte.
Die größte Stärke ist für mich ganz klar die Erzählweise.
Die Geschichte wird so glaubwürdig und nah erzählt, dass man sich irgendwann fühlt, als würde man nicht einfach nur lesen, sondern alles direkt miterleben. Gerade die kindliche Sichtweise macht viele Szenen unglaublich intensiv, weil Dinge oft ganz anders wahrgenommen und eingeordnet werden als aus einer erwachsenen Perspektive.
Außerdem passt auch die Gestaltung perfekt zur Erzählweise.
Die größere Schrift, die vielen Absätze und der direkte Schreibstil sorgen dafür, dass sich die Geschichte unglaublich nah und unmittelbar anfühlt — fast so, als würde ein Kind die Ereignisse selbst erzählen oder aufschreiben. Genau dadurch wirken viele Szenen emotional noch stärker.
Besonders stark fand ich, dass das Buch gar nicht dauernd irgendwelche Schockmomente braucht. Viele der heftigsten Szenen sind eigentlich die ruhigen. Dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, ohne dass man es sofort greifen kann, wird mit jeder Seite stärker.
Emotional hat mich das Buch stellenweise echt erwischt.
Es gibt Szenen, die gleichzeitig unangenehm, traurig, beklemmend und trotzdem unglaublich menschlich wirken. Genau deshalb bleiben viele Momente lange im Kopf.
Was mir außerdem sehr gefallen hat:
Die Geschichte erklärt nicht alles sofort und nimmt den Leser ernst. Dadurch entsteht dieses permanente Miträtseln und Hinterfragen, ohne dass es künstlich kompliziert wirkt.
Vor allem gegen Ende konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Einige Kapitel haben mich wirklich sprachlos zurückgelassen.
- Eike Strunk -