Einblicke in verborgene Welten

Hier möchte ich gerne kurze Leseproben zu meinen aktuellen Werken zur Verfügung stellen. 

Für Eloah

Eine Geschichte über gesellschaftliche Grauzonen, über Vorurteile und über die Frage, warum Liebe manchmal genau dort nicht entstehen darf, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Eine kleine Leseprobe – nur für euch.

 

Warum musste mal wieder an Eloahs Leben herumgeschraubt werden? Warum kümmerte man sich nicht um diejenigen, die das wirkliche Problem waren?

„Also, verstehe ich das richtig? Weil andere Kinder Mist erzählen, soll Eloah bei mir ausziehen? Das soll die Lösung sein?“ Danas Ton war schärfer als beabsichtigt.

„Dana“, sagte Craig ruhig, aber eindringlich. „Lass uns kurz zuhören, ja?“

Dana presste die Lippen noch fester aufeinander. Am liebsten hätte sie noch mehr gesagt, aber sie zwang sich sitzen zu bleiben. Ihre Finger krallten sich in den Stoff ihrer Jeans.

Der Direktor nickte langsam, als hätte er genau mit dieser Reaktion gerechnet.

„Es geht nicht darum, Eloah einfach irgendwohin zu versetzen“, begann er in seinem sachlichen Ton. „Aber wir müssen realistisch bleiben. Kinder reagieren auf das Umfeld, in dem andere Kinder aufwachsen. Und manchmal…“, er machte eine kurze Pause, „…lassen sich gewisse Einflüsse nicht vollständig ausblenden.“

Dana lehnte sich zurück und verschränkte die Arme.

„Dann sagen Sie es doch einfach“, sagte sie scharf. „Sie spielen auf meinen Job an.“

Ein kurzer Moment der Stille. Der Direktor lächelte dünn.

„Ich meine“, sagte er langsam, „dass Kinder das wiederholen, was sie zu Hause hören. Und wenn ein Thema dort… häufiger vorkommt, dann wird es auch hier präsent.“

Craig atmete leise aus und fuhr sich über das Gesicht.

„Und das bedeutet?“, fragte Dana kühl.

„Wir wollen Eloah schützen“, antwortete der Direktor. „Und manchmal bedeutet das, schwierige Entscheidungen zu treffen. Eine andere Schule, ein anderes Umfeld… oder eine stabilere familiäre Situation.“

Die Worte blieben im Raum hängen.

Dana lachte trocken auf. „Stabil“, wiederholte sie. „Interessant, dass Sie das so definieren.“

 

Das Haus der Veronica Kane

Dieses Werk liegt mir besonders am Herzen.

Das Haus der Veronica Kane“ erzählt von einem Versprechen: einem Zuhause, das Schutz bietet, Wärme und Zugehörigkeit. Doch hinter verschlossenen Türen wachsen Schatten, und nicht jedes Lächeln ist frei von Geheimnissen.

In einer Sprache, die so zart ist wie die Gedanken eines Kindes, entfaltet sich eine beklemmende Geschichte über Besitz, Erinnerung und die Frage, wem ein Leben wirklich gehört. Zwischen flackerndem Licht, nächtlichen Geräuschen und unausgesprochenen Wahrheiten entsteht ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann.

Dies ist kein plötzlicher Schrecken.
Es ist ein langsames Verdunkeln.

Und das Haus vergisst nichts.

Die Geschichte der 10 jährigen Ally entwickelt sich so schleichend, dass die Gefahren da sind, ohne, dass man sie hat kommen sehen.

Der Prolog: Tauchen Sie ein

Prolog

Mom hat immer gesagt: „Schlaf ist die beste Medizin, mein Schatz.“

Ich habe ihr das, ehrlich gesagt, nie geglaubt. Ich meine – hättet ihr euch so einen Unsinn erzählen lassen? Ich denke nicht.

Wenn man klein ist, dann ist Schlafen einfach nur nervig. Egal, wann man ins Bett muss – es ist einfach immer viel zu früh, und das kapieren die Erwachsenen nicht. Und Mütter schon mal gar nicht.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie Mom das immer gesagt hat. Sie hat das ja nicht nur gesagt, wenn ich krank war, sondern auch, wenn ich gequengelt habe oder einfach durch den Wind war.

Dabei hatte sie immer den gleichen Gesichtsausdruck. Es war so eine Mischung aus „Ally, ich mache mir Sorgen“ und „Ally, wenn du nicht hörst, dann knallt’s“.

Es hat dann auch geknallt. Und wenn es bei Mom geknallt hat, dann aber so richtig.

Später musste ich dann oft an ihre Worte denken – und wisst ihr auch, warum? Na, einfach, weil sie recht hatte.
Ich war an einem Punkt in meinem Leben, da war Schlaf nicht nur Medizin, sondern die einzige erträgliche Lösung.

Schlaf hat mich von allem befreit – vor allem von allem, was weh tat. Und in meiner Welt gab es nur noch Schmerz.

Mom?
Ich will dir einfach sagen, dass ich jetzt verstanden habe.

Danke.